TRAVEL DIARY: LISSABON

Lissabon

Vom 7. bis zum 13. November ging es für meinen Freund und mich nach Lissabon. Ehrlich gesagt hätte ich dieses Datum normalerweise nicht gewählt, um nach Portugal zu fliegen. Da Daniele allerdings vier Tage lang auf der Web Summit war (alle E-Commercler unter euch wissen sicher, dass das die größte Technologie-Messe weltweit ist), fiel unsere Lissabon-Reise auf diesen Zeitraum. Im Nachhinein war es aufgrund des Wetters sogar super, denn Tagestemperaturen zwischen 17 und 21 Grad sind doch perfekt für einen Städtetrip.

Mit TAP Portugal ging es am frühen Montag Morgen, um nicht zu sagen in der Nacht, von Hamburg nach Lissabon. Aus irgendwelchen Gründen waren meine Erwartungen an die Hauptstadt Portugals nicht allzu groß. Vielleicht, weil ich mich aus Zeitgründen im Vorfeld nicht so sehr belesen hatte, oder aber, weil Lissabon auch ein Reiseziel war, welches in diesem Jahr eigentlich nicht auf meiner Liste stand.

Doch schon auf dem Weg vom Flughafen ins Zentrum war ich recht angetan von den vielen, schönen Metrostationen. Oberhalb der U-Bahn-Schächte wurde ich definitiv auch nicht enttäuscht. Die Gebäude haben mich wirklich sehr beeindruckt und inspiriert, was nicht zuletzt daran lag, dass eine Vielzahl der Häuser mit Azulejos, den bunt-und handbemalten Fliesen, übersehen sind. Zudem wirkt Lissabon sehr hell und freundlich, da die Häuser und Straßenpflaster weitgehend weiß sind. Nicht umsonst wird Lissabon auch die weiße Stadt am Tejo genannt.

Eingecheckt haben wir im Lisbon City Hotel in der Almirante Reis No. 49. Unser Zimmer war überschaubar, aber modern und sauber eingerichtet. Von Vorteil war auch, dass wir nur 10 Minuten fußläufig vom Zentrum entfernt und genau zwischen den zwei Metrostationen Intendente und Anjos (Green Line) wohnten.

Da Daniele, wie bereits gesagt, von Montag bis Donnerstag auf der Web Summit war und immer erst am späten Nachmittag zurückkam, habe ich die Stadt in den ersten Tagen allein erkundet. Da Lissabon eine dieser Städte ist, in der man sich einfach so treiben lassen kann, war das also ein Leichtnis. Meine Olympus Pen E-PL7 und ich haben die Zeit sehr gut allein rumgekriegt :-). Die Stadt lädt förmlich zum Schlendern ein. Jede einzelne Gasse hat etwas Schönes. Ganz egal, ob die Gebäude noch gut erhalten bzw. restauriert oder schon ziemlich heruntergekommen sind, hat jede Ecke seinen Charme und ich kann gar nicht oft genug sagen, wie schön ich Lissabon finde. So schlenderte ich also durch die Straßen von Alfama, Baixa und Chiado. Treppe rauf, Treppe runter. Berg auf, Berg ab. Damit hatte ich gleichzeitig mein Fitnessprogramm für die Woche absolviert, naja, fast ;-). Ein Mal war ich faul und nahm die Tram 28E, die die Altstadt einmal durch die Stadtteile Alfama, Baixa, Lapa und Prazeres durchquert. Auch das war ein Erlebnis, denn es war mir zwischenzeitlich nicht immer ganz klar, ob die Tram nun den Spiegel der schlecht parkenden Autos abfährt oder es millimetergenau doch noch klappt. Dazu noch die extremen Steigungen und sehr engen Gassen.

Auf meiner Wanderschaft habe ich natürlich auch gegessen, getrunken, geshoppt und wieder gestaunt. Dazu möchte ich euch jetzt einige Empfehlungen und Anregungen geben.

Essen & Trinken:

Woran denken alle Naschkatzen unter uns als erstes, wenn sie nach Lissabon kommen? Na klar, an Natas. Natas sind kleine Blätterteigtörtchen, gefüllt mit einer Vanillepudding-Creme, die man am Besten noch warm genießen sollte. Und die besten Nata-Cafes Lissabons sind heißumstritten.

Angeblich gibt es die Besten im Stadtteil Belém in der Rua de Belém nº 84 a 92 im PASTÉIS DE BELÉM. Wir waren natürlich auch da und wagten uns in die lange Schlange, um den besten Nata der Stadt zu probieren. Und ja, er war lecker, aber noch lange nicht so lecker wie in der Fabrica de Pasteis Nata in der Rua do Loreto 2. Hier haben wir die leckersten Natas gegessen. Zudem hat das Cafe sehr viel Charme, denn man kann zusehen, wie die Nata-Backförmchen an der Decke auf Schienen durch das Cafe, direkt in die Backstube transportiert werden, wo ein riesiger Zinkkessel mit Teig steht, aus dem die Förmchen vom Nata-Bäcker gefüllt werden.

Noch leckerer als Natas fanden wir jedoch den Schokokuchen „pao de lo de chocolate“, der im Kern noch leicht weich und somit ähnlich wie ein Schokoladensouffle ist. Diesen gibt es auch fast an jeder Ecke, doch zu empfehlen ist der in der Casa Brasileira, R. Augusta 267. Dort gibt es ohnehin eine große Auswahl an süßen Leckereien und das zu echt guten Preisen. Achso, die Kaffee-Kultur in Portugal ist nicht so ausgeprägt wie bei uns oder in Italien. Ein Espresso schmeckt zwar immer, einen Cappuccino solltet ihr vielleicht besser nicht bestellen, es sei denn, ihr steht auf Cappuccino-Pulver zum Anrühren.

Falls es nach dem ganzen Süßkram auch mal was Herzhaftes sein darf, dann kann ich euch das Leitaria A Camponeza in der Rua dos Sapateiros 155 empfehlen. Das kleine Lokal ist total süß und rustikal eingerichtet (wie ihr auf meinem Bild erkennen könnt) und für ein Drei-Gänge-Menü zahlt man zwischen 15 und 18€.

Da wir beide immer Lust auf italienisches Essen haben, was keineswegs daran liegt, dass Daniele Italiener ist ;-), haben wir zwei Mal italienische Restaurants aufgesucht. Zum einen das Casa Nostra in der Tv. do Poço da Cidade 60 in Bairro Alto, wo es eher Pasta und Fleischgerichte gibt und zum anderen das Casa Nova in der Av. Infante Dom Henrique Loja 7, wo wir in cooler, loftiger Atmosphäre Pizza gegessen haben.

Nicht zuletzt kann ich euch den Time out Market ggü. der Metrostation Cais do Sodre ans Herz legen. Dort tummeln sich in einer großen, modernen Markthalle unzählige Restaurants, Bars und Cafes. Hier ist wirklich für jeden Gaumen etwas zu finden.

Dennoch kann ich nicht beschwören, dass diese Restaurants und Cafes die Besten Lissabons sind. Lauft einfach durch die Straßen und Gassen und entscheidet nach Gefühl und Auge, worauf ihr Lust habt.

Shopping:

Gut, dass ich noch so viel Platz in meinem Koffer hatte, denn auch in Sachen Shopping hat Lissabon einiges zu bieten.

OK, nicht, dass es viele Läden gibt, die wir nicht ohnehin schon aus Deutschland kennen, aber dass Inditex, die Mutter von Zara, Bershka, Pull and Bear und Co, genau wie in Spanien, günstiger ist als bei uns, spricht definitiv für Lissabon als Shopping-Mekka:-). In der Altstadt findet ihr all diese Läden.

In der Rua do Carmo 29 ist ein sehr großer und schöner H&M zu finden. Wenn man reinkommt, steht man direkt in der Trend-Abteilung, was für mich mehr als perfekt ist. Zudem finde ich es super, dass einige H&M auch H&M-Home-Abteilungen haben.

Außerdem kann ich euch das Colombo Shopping Center empfehlen. Dies erreicht ihr am Besten mit der Metro und steigt an der Station Colégio Militar/Luz (Blue Line) aus. Dort gibt es den größten und besten Zara. Hier haben wir so viel eingekauft, dass wir kurzzeitig überlegen mussten, noch einen Koffer aufzugeben:-).

Im Einkaufszentrum Vasco de Gama findet ihr auch alles was ihr braucht. Hier war ich einmal eher zufällig, da ich Daniele von der Web Summit abgeholt habe. das Center liegt an der Metrostation Oriente und am Expogelände im Stadtteil Olivais. Auch wenn man hier all die Geschäfte, die es im Zentrum gibt, auch findet, hat es mich nicht zu sehr gereizt, da es relativ klein ist und das Angebot woanders einfach besser war.

Was ich außerdem sehr schön fand, waren die unzähligen, kleinen Schuhläden, die Lederschuhe made in Portugal im klassisch-modernen Stil im Angebot haben.

Allen Sneaker-Junkies unter uns kann ich den Laden Sneakers Delight in der Rua do Norte 30 in Bairro Alto empfehlen. Hier gibt es eine Vielzahl cooler Marken und natürlich die neuesten Modelle.

Und auch zum Thema Shopping kann ich eich nur raten, die Stadt zu erkunden und euch treiben zu lassen. Überall gibt es interessante Läden, die einen Besuch wert sind.

Sehenswertes:

Wie schon mehrmals erwähnt, ist Lissabon an sich einfach sehenswert. Angefangen bei den Bauten, den Charme der alten Straßenbahnen, den steilen Hügeln und Treppengassen, einigen Aussichtspunkten bis hin zu den coolen, individuellen und gut aussehenden Menschen ;-).

Da wir leider zwei kleine Kulturbanausen sind, haben wir nicht ein Museum von innen gesehen, aber egal, von außen sehen sie ja auch gut aus…hahaha.

Natürlich haben wir dennoch einige Ausflüge gemacht. Sehr schön war die Aussicht auf Lissabon vom Cristo do Rei, der Christus-Statue in der Stadt Almada, der eine Aussichtsplattform in 80 Metern Höhe bietet. Dieser Blick kostet allerdings auch 5€, zzgl. der Fahrt mit der Fähre von 2€ (hin und zurück) über den Tejo und der Busfahrt hoch zum Cristo do Rei für 2€ (hin und zurück). Aber es lohnt sich. Der Ausblick ist großartig, vor allem mit der Brücke der Ponte 25 de Abril, die vom selben Architekten konstruiert wurde, der auch die Golden Gate Bridge in San Francisco konstruiert hat. Wäre ich nicht schonmal dort gewesen, hätte ich fast glauben können, in San Francisco zu stehen :-).

Wenn ihr dem bunten Treiben der Großstadt entfliehen und etwas Ruhe genießen wollt, dann seit ihr in Cascais genau richtig. Dies ist ein beliebter Badeort, 35 km entfernt von der Hauptstadt. Ursprünglich ein Fischerdörfchen, welches heute vom Bild der Luxusyachten geprägt ist. Hier stehen zudem einige kleine Burgen und Schlösser und die beeindruckende Felsenküste entlang des Atlantiks, ist auch einen Spazierganz wert. Wir haben sogar Delfine gesehen. Ihr erreicht Cascais in 30 Minuten vom Bahnhof Cais do Sodre.

Wenn ihr noch mehr Natur wollt und ihr Märchen liebt, dann solltet ihr euch Sintra nicht entgehen lassen. Nur 25 km westlich von Lissabon liegt die kleine Stadt, die romantische Landschaften mit Schlössern und Palästen zeigt. Es wird auch als das Neuschwanstein von Portugal gehandelt. Wir haben sogar die 1000 m den Berg herauf auf uns genommen, um zum Castelo dos Mouros zu kommen. Natur pur und Training inklusive. Man kann aber auch den Bus oder ein Tuk Tuk nehmen:-). Sintra erreicht ihr vom Bahnhof Rossio in ca. 40 Minuten.

Nice to know:

In Lissabon ist das Taxi Fahren sehr günstig. Falls ihr also einmal fußlahm werdet, dann könnt ihr beruhigt in ein Taxi steigen, ohne dabei tief in die Tasche greifen zu müssen. Wir sind einmal quer, ca. 14 km, durch Lissabon gefahren und haben nicht mal 10€ gezahlt.

Ich habe ja bereits unter meinen Shopping-Tips erwähnt, dass Zara & Co hier günstiger sind. Je nach Artikel belaufen sich die Preisunterschiede zwischen 5 und 10€ im Vergleich zu den deutschen Preisen. Daniele hat bei einem Wintermantel sogar 30€ gespart.

Achtung, wenn es regnet und die Straßen nass sind, dann herrscht äußerste Rutschgefahr. Ihr solltet also vorsichtig einen Schritt vor den anderen setzen.

Wer glaubt, er kommt mit seinem Schul-Spanisch- oder Italienisch in Portugal gut durch, der hat sich geirrt. Ich dachte bis dato auch, dass diese Sprachen ausreichen, um Portugiesisch zu verstehen, doch leider klingt die Sprache komplett anders. Zum Glück sprechen die meisten ziemlich gut Englisch.

Wer eine kostenlose, ok, eine Fahrkarte solltet ihr schon haben, Stadtrundfahrt machen möchte, setzt sich in die Tram 28E und genießt die teils turbulente Fahrt durch die Stadt. Hopp on hopp off inklusive.

Für alle männlichen Leser oder alle boyfriends aller Leserinnen: Es gibt ein paar echt coole Barbiere in der Stadt. Daniele hat sich auch getraut und war echt begeistert. Haare schneiden und Bartrasur im lässigen Ambiente gibts für 20€.

So, das waren meine Eindrücke und Erlebnisse aus Lissabon, der Stadt, die mich absolut begeistert und von sich überzeugt hat.

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1 Comment

  1. […] bei dieser coolen Jeans-Jacke ist es ja auch kein Wunder. Ich habe sie in meinem Lieblings-Zara (den Beitrag dazu findet ihr mit einem Klick hier) in Lissabon gesehen und war sofort verliebt. Allerdings habe ich sie nicht sofort gekauft, da ich […]

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