TRAVEL DIARY: ANDALUSIEN, COSTA DEL SOL

Andalusien

Dieses Jahr läuft meine Urlaubsplanung irgendwie völlig anders, als eigentlich vorgesehen. Ursprünglich war im Mai eine dreiwöchige Reise durch Kuba angedacht, im September zehn Trage Sardinien und ein paar Städtetrips über das Jahr verteilt. Letztendlich wurden daraus mehrere Urlaube, die bislang nicht ganz oben auf meiner Reiseliste standen. Dubai im Mai, Sardinien, wie geplant im August/September, Andalusien im Oktober und Portugal im November. Die Wochenend-Städtetrips blieben wie geplant.

Doch jetzt erstmal zu meiner Reise an die Costa del Sol, Andalusien.

Da mein Freund leider nicht so viele Urlaubstage hat wie ich, haben meine Mama und ich uns kurzfristig entschlossen, eine Woche zusammen zu verreisen. Mama, eine typische Pauschal-Urlauberin (sorry Mama 😉 ) steht absolut auf All-Inclusive-Hotels. Nun gut, eigentlich so gar nicht mein Ding, aber ein Mal in meinem Leben, sollte ich mir den Spaß geben. Wer weiß, vielleicht will ich danach nie wieder anders Urlaub machen. Also ließ ich Mama, ganz klassisch, über ein Reisebüro buchen. Reiseunterlagen, TUI-App mit Urlaubs-Countdown, Zug zum Flug und Reiseleitung. Das volle Programm und ich mittendrin.

In der letzten Oktoberwoche ging es also für uns zwei nach Andalusien an die Costa del Sol. Von Andalusien hatte ich bislang nur Gutes gehört und auch die Bilder waren vielversprechend, weshalb ich mich sehr freute, dass wir nicht die Kanaren oder Balearen als Ziel gewählt hatten.

Da Mama in ihren letzten Urlauben immer sehr von den RIU-Hotels begeistert war, entschied sie sich auch diesmal für Eins, welches das Reisebüro für sie rausgesucht hatte. Das Riu Belplaya in Torremolinos war dann also eine Woche lang unser zu Hause. Leider. Denn was wir nicht wussten, und das Reisebüro hoffentlich auch nicht, dass dieser Ort dem Ballermann gleich kommt. Wer nach Torremolinos fährt, will eins definitiv nicht. KULTUR. Das mediterrane und spanische Flair verspürt man in jeder hamburger Tapas-Bar auf jeden Fall mehr, als in Torremolinos. Ein wirklich sehr hässlicher Ort, zugepflastert mit Werbung, bunten Plastikgarnituren, Plattenbauten und Prölläden. Das einzigst Schöne ist das Mittelmeer genau vor der Haustür.

Und als ob das noch nicht schlimm genug wäre, ließ nun auch noch das so hochgelobte Hotel zu wünschen übrig. Das RIU Belplaya ist eine 80er Jahre Bettenburg, welches völlig in die Jahre gekommen ist. Das Essen gleicht dem einer schlechten Kantine, das Personal ist desinteressiert und saubere Gläser waren Mangelware. Und nicht, dass ich es nicht überlebt hätte, aber ein Hotel, dass kein Internet bietet und wenn dann nur 30 Minuten für 5€ in der ungemütlichen Lobby, ist in der heutigen Zeit kaum noch denkbar. Aber gut, bei 95% der Gäste, die im Durchschnitt 70 Jahre alt waren, ist Internet auch nicht so wichtig. Im Nachhinein erfuhren wir auch, dass das Hotel am 1. November schließt und dann saniert und renoviert wird. Das entschuldigt zwar nicht alles, wäre aber eine Erklärung für die Nachlässigkeit.

So, nun aber zu unserer Woche in Andalusien.

An unserem Ankunftstag haben wir erstmal die Umgebung erkundet, d.h. wir sind am Strand entlang bis rein in den Stadtkern von Torremolinos geschlendert. Doch wie bereits erwähnt, wurde dieser Ort einfach nicht schöner. Der Charme vieler Treppenstufen, die in den Ort reinführen, wird durch bunte Reklame und geschmacklos dekorierte Bars zerstört. Keine Spur von engen Gassen im südländischen Stil, wie ich es eigentlich kenne. Also schnell wieder raus aus dem Zentrum und runter zum Strand, wo die Wellen tobten.

Am nächsten Tag ging es dann nach Malaga, wo wir, ganz touri-like, eine Hopp-on-Hopp-off-Tour mit dem roten Doppeldecker-Bussen gemacht haben, die man aus jeder größeren Stadt kennt. Ich finde diese Touren allerdings gar nicht so schlecht, um einen Überblick und Informationen zur Stadt zu bekommen. Mein Eindruck von Malaga: Ganz ok, die Altstadt ist sehr hübsch und von der Burg hat man einen tollen Ausblick aufs Meer und die gesamte Stadt. Dennoch prägen auch hier große, alte Plattenbauten das Stadtbild und das südländische Feeling konnte nicht so richtig in mir geweckt werden.

Am darauffolgenden Tag waren wir dann wieder in Malaga, um shoppen zu gehen. Ich hatte extra viel Platz im Koffer gelassen, denn die Hoffnung in Spanien, als Geburtsstädte von Inditex, dessen Läden günstigere Preise bieten als bei uns in Deutschland, sehr viel einzukaufen war groß. Doch auch dabei wurde ich wieder enttäuscht. Die aktuellen Kollektionen, die ich in den letzten Wochen extra noch nicht eingekauft hatte, waren dort größtenteils nicht im Sortiment. Zudem hatte ich das Gefühl, dass alles eher auf Teenies ausgerichtet war. Wirklich sehr schade, denn aus Barcelona habe ich ganz andere Erinnerungen. Dennoch war es schön durch die Gassen zu bummeln und die eine oder andere Süßigkeit zu probieren.

Einen Tag später fuhren wir nach Benalmadena. Dieser Ort grenzt an Torremolinos und ist ebenfalls ein hässlicher Partyort ohne Kultur. Allerdings bietet er den Selwo-Park. Diesen wollte meine Mama unbedingt besuchen, denn ihr großer Wunsch war es, ein Mal im Leben mit einem Delfin zu schwimmen. Dieser Wunsch sollte nun also in Erfüllung gehen. Zwar konnte man nicht mit Delfinen schwimmen, allerdings ein paar „Kunststücke“ mit ihnen einstudieren und sie streicheln. Das Ganze hatte zwar einen deftigen Preis, aber was tut man nicht alles für Mutti :-).

Die nächsten zwei Tage meinte das Wetter es dann auch nochmal gut mit uns. Kein Regen und mehr als nur 19 Grad. Also was macht man bei Sonne, 25 Grad und dem Mittelmeer vor der Tür? Na klar, im Sand liegen und die Sommerbräune nochmal auffrischen. Das Wasser war auch schon relativ kalt, aber für uns kein Problem, denn wir baden ja schließlich auch in der Ostsee:-).

Nun war eine Woche auch schon fast um und unser letzter Tag stand an. Wir wollten unbedingt etwas unternehmen, was uns das traditionelle Andalusien präsentiert. Am liebsten wäre ich nach Sevilla gefahren, doch bei einer Fahrtzeit von vier Stunden pro Strecke, hätte es sich nicht gelohnt.

Auf Empfehlung entschlossen wir uns dann hoch nach Mijas zu fahren. Die ist ein kleiner Ort, der oben in den Bergen liegt und von uns aus mit dem Linienbus zu erreichen war. Dieses kleine Örtchen ist eines der weißen Dörfer in Andalusien. Die Häuser sind also alle weiß und mit blauen Blumentöpfen und Türen versehen. Hier gibt es auch die von mir ersehnten engen Gassen. Und obwohl wir das Dorf eigentlich sehr süß fanden, fehlte uns auch hier wieder das typisch Mediterrane. Ich kann gar nicht genau sagen woran es lag. Vielleicht habe ich einfach schon zu viele schöne Orte gesehen, sodass die Messlatte mich zu beeindrucken, mittlerweile sehr hoch liegt.

Wie auch immer. Der Urlaub mit meiner Mama war sehr schön. Doch einige Dinge kann ich für mich mit Bestimmtheit sagen: 1. ich brauche kein All-Inclusive. 2. Ich plane meine Reisen lieber selbst und nicht über ein Reisebüro. 3. Ich vertraue keiner Reiseleitung, die mir nur teure Ausflüge über ihre Agentur anbietet und von allem anderen abrät, was nicht auf ihrem Zettel steht. 4. Die Costa del Sol ist definitiv nicht der Inbegriff Andalusiens.

Andalusien

Andalusien

Andalusien

Andalusien

Andalusien

Andalusien

Andalusien

Andalusien

Andalusien

Andalusien

Andalusien

0

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.