SOCIAL MEDIA LIFE CRISIS: WARUM ICH MOMENTAN KEINE LUST ZUM BLOGGEN HABE

Blog_Social_Media_Crisis

Es ist jetzt knapp ein Jahr her, dass ich meinen ersten Blogbeitrag hochgeladen haben. Am 20.8.2016 ging ich mit allthestuffineed.de live.
Voller Tatendrang, Lust und Überzeugung stürzte ich mich auf mein neues Projekt, mit dem Ziel, meine Leser regelmäßig zu inspirieren.
Dabei folgten fast wöchentliche, neue Beiträge und tägliche Posts auf Instagram, Twitter, Facebook und später auch auf Pinterest.

Heute haben wir den 1. Oktober und mein letzter Blogpost liegt schon über zwei Monate zurück.
Oooops, da bin ich wohl ziemlich nachlässig geworden.

Doch was ist eigentlich passiert?
Es gab, neben vielen Kleinigkeiten, die mich genervt haben, zwei Schlüsselmomente:
Der erste ereignete sich, als wir einen Look geshootet haben. Ich fand mich auf jedem Bild hässlich, fett, ausdruckslos und hatte kaum ein Lächeln im Gesicht. Scheinbar hatte ich meinen Glanz verloren, ohne es zu wollen. Bei der Auswahl der Bilder, die dann letztlich auch zu keinem Blogpost verarbeitet wurden, habe ich gemerkt, dass ich kaum noch Freude daran habe.

Stress und Druck, jede Woche einen neuen Beitrag zu liefern, sowie das „Nerven“ meines Umfelds, Fotos von mir zu machen, legten sich wie ein dunkler Schatten über mein Hobby, das mir eigentlich Spaß bereiten sollte.

Der zweite Schlüsselmoment war, als wir ein Wochenende auf unsere 16 Monate alte Nichte aufgepasst haben. Die Kleine benötigte natürlich viel Aufmerksamkeit, sodass wir das ganze Wochenende gespielt, getobt und eine tolle Zeit verbracht haben. An diesem Wochenende habe ich mein Handy genau zwei Mal in der Hand gehalten. Unglaublich wenn ich mir überlege, dass ich sonst gefühlt alle paar Minuten Instagram auschecke. Aber nein, es hatte einfach keine Relevanz. Und die größte Erkenntnis war, dass ich es nicht mal vermisst habe, denn es gibt viel wichtigere und wertvollere Dinge, die man am Tag erleben kann, als dem perfekten Leben der Social Media Stars zu folgen.

Jetzt zu den Kleinigkeiten, die ebenfalls zu meiner Social Media Müdigkeit geführt haben:

1. Der Druck auf Instagram ist groß. Täglich sehe ich perfekte Menschen, perfekte Leben, perfekte Fotos. Doch ist das was ich sehe die Realität? Eher nicht. Es geht vielmehr darum, das perfekt inszenierte Foto zu schießen.

2. Inszenierung ist schon das Stichwort für den zweiten Punkt. Ich hasse es und werde wahrscheinlich auch dafür gehasst, mein Frühstück im Café erstmal gekonnt auszurichten, während alle um mich herum mit hungrigen Bäuchen dasitzen und genervt warten, bis ich DAS Foto für Instagram geschossen habe, um es noch in diesem Moment zu posten. Denn alle Welt soll ja sehen, wie hipp mein Lifestyle ist und wo ich mich so rumtreibe. Dieses Verhalten strengt mich an und ich habe permanent ein schlechtes Gewissen.

3. Zudem habe ich sehr lange versucht, jedes Feld auf meinem Blog abzudecken. Neben Fashion gab es die Kategorien Beauty, Travel und Stuff. Warum? Weil die anderen Blogger es ja schließlich auch machen und um mithalten zu können, muss ich alle Segmente bedienen können. Gleiches gilt auf Instagram. Was ein Stress, ständig Flatlays zu kreieren, Essen zu Fotografieren und, und, und.

Doch was ist eigentlich meine Kernkompetenz bzw. das, woran ich Freude habe? Ich habe meinen Blog ins Leben gerufen, weil ich sehr häufig auf der Straße angesprochen und gefragt wurde, woher meine Klamotten sind. Das war ein Anreiz und gleichzeitig eine Bestätigung, dass ich mit meinen Looks auch andere inspirieren kann. Daher auch mein Claim „inspire before expire.“

Außerdem Reise ich unwahrscheinlich gern. Dabei lässt sich vor allem auch super easy Content für den Blog produzieren, den ich gern mit euch teile, denn vor allem Reisebeiträge haben einen sehr großen Mehrwert.

Aus diesen Gründen habe ich alle Kategorien, mit denen ich mich nicht so gut identifizieren kann, gelöscht und bediene jetzt ausschließlich Streetstyle-und Travel-Inhalte.
Für alle Herren der Schöpfung wird es ab und an auch ein paar Streetstyle-Looks von meinem Freund geben. Ich habe ja noch die Hoffnung auf einen Couple Blog ;-).

4. Ein letzter Grund, der natürlich absolut mein eigenes Problem darstellt, ist, dass ich hauptberuflich nicht blogge, sondern als E-Commerce-Manager für einen Fashion-Onlineshop arbeite. Ich sitze also schon den ganzen Tag am PC und beschäftige mich mit Mode. Teilweise übernehme ich auch Aufgaben aus Social Media und beruflich, sowie privat das Gleiche zu machen, ist irgendwie nicht sonderlich befriedigend.

So, das sind also meine Gedanken und Bedenken zum Bloggen bzw. die, die mich derzeit daran hindern.

Ich möchte auch nicht die Tausendste sein, die dasselbe macht wie alle anderen. Ich bin natürlich täglich am Überlegen, was ich auf dem Blog anders machen kann, um mich von den anderen zu unterscheiden und dabei dennoch den Fashion-Fokus nicht zu verlieren.
Sind es vielleicht Vlogs, Stylingvideos oder etwas ganz anderes? Lest ihr überhaupt noch Blogs oder reicht euch Instagram völlig aus?

Mich würde brennend interessieren, was euch interessiert. Wann würdet ihr meinen Kanal einschalten, meine Beiträge lesen und meine Bilder feiern. Welchen Content soll ich euch liefern?
Ich hoffe ihr könnt mir helfen, meine Social Media Life Crisis zu überwinden, um euch mit meinen Medien zu inspiren before ich expire ;-).

 

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